Tschernoby-Kinder aus der Ukraine auf Erkundungstour
24 leuchtende Augenpaare schauen gespannt nach vorn. Interessiert lauschen die Kinder aus der Ukraine Heike Strohmann von der Kinderakademie Fulda, die erklärt, dass Herzklappen wie Ventile funktionieren. Dies zeigt sie an dem fünf Meter hohen "Begehbaren Herzen".
Zwei Wochen machen die Kinder aus Billa Tserkva, einer kleinen Stadt südwestlich von Kiew, Ferien in Deutschland. Sie kamen gut zehn Jahre nach dem Reaktorunglück in Tschernobyl zur Welt und leiden immer noch an den Folgen. Zur Erholung kommen sie in das Kindererholungsheim Motzlar. Nachdem Heike Strohmann den Aufbau und die Funktionen des Herzens erklärt hat, können die Kinder selbst durch das Herz laufen und es mit allen Sinnen erleben. Voller Aufregung stürmen sie auf das überlebensgroße Herz zu. Aus der Perspektive der roten Blutkörperchen machen sie eine Reise durch die vier Herzkammern. Während sie den Hohlmuskel von innen genau erforschen, hört man den dumpfen Herzschlag und das strömen des Blutes.
Damit sie auch mal ihr eigenes Herz hören können, werden Stethoskope verteilt. Jeder soll zuerst seinen Herzschlag und dann den des anderen abhören. Jetzt müssen alle auf der Stelle rennen, um dann das schneller gewordene Klopfen zu hören. Alfred Gollbach vom Kyffhäuserbund Grüsselbach betreut seit acht Jahren mit seinem Verein die Kinder aus der Ukraine und ist sich sicher, dass der Besuch ein voller Erfolg war. "Die sehen alle begeistert und happy aus", sagt Gollbach.
Zum Schluß laufen alle nochmal durchs Herz. Mit einem lauten Danke auf Ukrainisch verabschiedet sich die Gruppe.

