20. Reservistentagung des Kyffhäuserbundes zu den Themen:
„Der arabische Frühling“ und „Posttraumtische Belastungsstörung bei Soldaten“

Der Kyffhäuserbund hatte zur 20. Reservistentagung am 3.12.2011 ins Café-Restaurant
„Waldsee“ zu Sicherheitspolitischen Themen nach Bad Arolsen eingeladen.

Die Arbeitstagung war sehr gut besucht mit Teilnehmern aus dem gesamten Bundesgebiet,
z.B. aus Oldenburg, Thüringen, Niedersachsen und Rheinland/Pfalz (Birkenfeld).

Außerdem konnte der Präsident des Kyffhäuserbundes Dieter Fischer zahlreiche Gäste
begrüßen: U.a. den 1. Stadtrat von Bad Arolsen, Herrn Helmut Hausmann, Herrn
Generalmajor a.D. Gertmann Sude
, Vizepräsident des Kyffhäuserbundes Herrn Heinz Ganz, für den Deutschen Soldatenbund und Kameradenvereinigung Herrn Hauptmann a.D. Wolfgang Wieder, Herrn Paul Endt für das Deutsche Komitee, sowie für den Reservistenverband Herrn Norbert Schreiber und Herrn Erwin Will.
Für die Vereine in Bad Arolsen Herrn Hubertus Bulian für den Sportverein, für den Museumsverein Herrn Frank Bumke, für den Tourismusverband Herrn Peter Sommer sowie vom VdK Herrn Ehrenvorsitzender Hans-Joachim Schmidt.

Geehrt wurden Herr Generalmajor a.D. Gertmann Sude aus Vöhl und Reinhold Wenzel aus Melsungen, der lange Jahre für die Verbände im Beirat für Freiwillige Reservistenarbeit beim Verband der Reservisten in Bonn die Geschäfte führte.
Dieter Fischer hob die Leistungen von Generalmajor a.D. Sude hervor. Dieser hatte im Zuge
der Entspannung den Besuch der ehemaligen Kommandeure der Warschauer Pakt-Staaten in der Bundesrepublik organisiert. Die Kommandeure sollten den Friedenswillen der deutschen Gesellschaft persönlich kennen lernen. Das Ergebnis hatte zur Entspannung beigetragen.

Mit Dr. David Thomas Schiller, ehemaliger Fallschirmjäger der israelischen Armee und Diplom
Politologe, konnte ein ausgezeichneter Fachmann und Kenner der arabischen Länder
gewonnen werden. Am Beispiel Ägyptens erläuterte er die wichtige Rolle der Armee in den
arabischen Ländern. 50% der Staatsausgaben gehen über die Armee in die Bevölkerung.
Deshalb habe die Armee in der Bevölkerung ein hohes Ansehen und werde im Gegensatz zur Polizei nicht als Feind sondern als Freund angesehen. Weiterhin erläuterte der Referent die dramatische Bevölkerungsentwicklung des Landes. Während Ägypten 1973
40 Mio. Einwohner gehabt habe, seien es heute 82 Mio. Einwohner, die aber nur auf 5% des Staatsgebietes leben, z.B. in Kairo und anderen Großstädten. Das übrige Land sei Wüste und Brachland. Dr. Schiller erläuterte die Macht der Medien über die Politik, die auch in den arabischen Ländern im Laufe der Jahre gewachsen sei.

Neben der Schilderung der Erlebnisse des Referenten im Yom-Kippur-Krieg interessierten sich die Tagungsteilnehmer für die Rolle der Türkei in der islamischen Welt und die Situation in Libyen, worüber lebhaft diskutiert wurde.

Auch für das sehr aktuelle Thema der Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) bei
Soldaten konnte mit dem Diplom-Psychologen Dr. Matthias Witt-Brummermann ein Fachmann gewonnen werden, der auch in der Praxis tätig ist. PTBS können durch unterschiedliche Ursachen hervorgerufen werden. Sie könne schon dadurch entstehen, wenn ein Soldat in Afghanistan von zuhause am Telefon gefragt würde, wo denn die Versicherungspolice für das Auto sei, weil es in einen Unfall verwickelt worden sei. Die PTBS wird u.a. durch Stress ausgelöst. Die Auswirkungen bei positivem Stress sind anders als bei negativem Stress.
Positiver Stress ist leistungssteigernd, negativer leistungsmindernd. Extreme belastende
Ereignisse wie z.B. eigene schwere Verletzung, Tod eines Kameraden, Folter von Zivilisten
oder massive Zerstörungen können zu einer PTBS führen. Reaktionen sind Übelkeit,
Verwirrtheit, Angst, Depressionen und Ermüdung. Wichtig sei, dass die Soldaten während ihrer Ausbildung Informationen und eine Schulung erhalten, die sie auf die eventuell eintretenden gefährlichen Situationen und Ereignisse vorbereitet.

Wiesbaden, den 08.12.2011