Vorbildliche Bundesversammlung 2011 in der „Hermann-Löns-Stadt“ Walsrode

200 Gäste im modernen Conference-Center des Mercure Hotels
Festredner: Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister

„Ehrenamtlich in die Gesellschaft einbringen“

100 Delegierte aus 17 Landesverbänden, dazu Ehrengäste und Gäste trafen sich am vorletzten Oktoberwochenende zur mehrtägigen Bundesversammlung des Kyffhäuserbundes (KB) im Conference-Center des Walsroder Mercure Hotels.

Bundesversammlung
Fachgespräch unter Präsidenten: David McAllister, Dieter Fischer
mit Ehrengästen

Bereits freitags begrüßte Präsident Dieter Fischer den Bundesvorstand zu einer Sitzung. Nachmittags erfolgte mit dem Vorstand des Landesverbandes Niedersachsen ein Empfang im Rathaus und die Kranzniederlegung am Ehrenmal „Eckernworth“ (siehe Exklusiv-Berichte).

Als Rahmenprogramm begeisterte ein Besuch im Vogelpark Walsrode.

 

 

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Festakt: Begrüßung der Ehrengäste und Delegierten

Festlich der („Niedersachsenlied“-) Empfang mit Fahneneinzug, musikalisch durch die Esseler Musikanten begleitet. In ihren Grußworten dankten Präsident Dieter Fischer und Niedersachsens Landesvorsitzender, Otto Prüßner, den angereisten Ehrengästen.

Bundesversammlung
Dieter Fischer und Otto Prüßner danken David McAllister

Anwesend waren Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister, Oliver Schulze (stellvertretender Landrat, Heidekreis), Silke Lorenz (Bürgermeisterin, Walsrode), Reinhard Grindel (MdB), Günter Lach (MdB und KB-Delegierter), Angelika Jahns (MdL und KB-Vizepräsidentin), Gudrun Pieper (MdL), Sir Edward W. Hefferman (Internationaler Präsident der Royal Britsh Legions) mit Gattin Hellen, Steve Reid (Chairman der Royal British Legions), Gerd Höfer (Präsident, Verband der Reservisten der deutschen Bundeswehr), Rolf Meyer (Vorsitzender ehemaliger Soldaten/ Reservisten und Hinterbliebene des Bundeswehrverbandes), Wilhelm Forster (Landesbeauftragter des Verbandes der Reservisten), Gerd Dombrowski (Bundeswehrverband, Landesverband Nord), vom Kameradschaftsverein Nordschleswig Andreas Fleischer (Ehrenvorsitzender) und Heinz Asmussen (Vorsitzender), Werner Mohrmann (Bodelschwingsche Anstalten), Adalbert von der Recke (Ehrenvorsitzender, Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Niedersachsen), die KB-Ehrenmitglieder Gerda Niggemann (Hamm), Fritz Koch (Homberg) und Hans-Heinrich Wussow (Vorsitzender, Kreisschützenverein Fallingbostel). Gelobt wurde der Landesverband Niedersachsen und seine Helfer/innen für die organisatorischen Tagungs-Vorbereitungen in der „Hermann-Löns-Stadt.

 

Festrede: Ministerpräsident David McAllister

Ministerpräsident David McAllister bescheinigte in seiner Festrede dem Kyffhäuserbund eine wechselvolle Geschichte in den beiden vergangenen Jahrhunderten, in der ihre Werte und Ziele einem erheblichen Wandel unterworfen waren. Aus einer Schützenbruderschaft im Gründungsjahr 1786, die sich vor allem um die Kriegsversehrten, Witwen und Waisen kümmerte, ist heute ein moderner Volksbund geworden. Er pflege die Tradition und Kameradschaft, setzt sich für die Interessen aller Soldaten ein, die in der demokratischen Tradition der Bundesrepublik der Einhaltung des Friedens und der Freiheit dienen und gedient haben.

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Festredner: Ministerpräsident David McAllister

„Nach Aussetzung der Wehrpflicht und Wegfalls des Zivildienstes ist freiwilliges Engagement heute besonders wichtig“, schwenkte McAllister zu den Leistungen der Kyffhäuser über. Sie wüssten, dass freiwilliges Engagement bedeute, sich in der Freizeit mit Ideen, Kreativität, Zeit und Erfahrungen in die Gesellschaft einzubringen. Die 100.000 Mitglieder leisten ohne staatliche Unterstützung einen bemerkenswerten Dienst im sozialen Bereich. Wir alle wissen, dass Traditionspflege, Kameradschaft und Brauchtum in der heutigen Zeit, gerade bei jungen Menschen, nicht immer leicht vermittelbar sind. Umso anerkennenswerter ist es, dass die Jugendarbeit, wie zum Beispiel ihre beliebten Zeltlager, die Jugendleiter-Schulungen und  internationalen Begegnungen, beim Kyffhäuserbund eine hohe Priorität genießen. Der Ministerpräsident ging besonders auf die soziale Frauenarbeit ein. Hier nannte  er unter anderem die Briefmarken-Sammelaktionen Bethel, das Sammeln von Brillen für die Dritte Welt, die Unterstützung bei Haussammlungen der Kriegsgräberfürsorge,  die Tschernobyl-Hilfe,  die Herzkissen-Aktion für Brustkrebskliniken, das Stricken und unterstützen von Senioreneinrichtungen. Damit leisten Sie einen großartigen und unschätzbaren Wert für die Gemeinschaft“, dankte der Ministerpräsident.

Weiter bekannte sich  McAllister klar zur Bundeswehr und verdeutlichte, dass „der Platz der Bundeswehr  in der Mitte der Gesellschaft sei und bleiben müsse, auch wenn die Wehrpflicht jetzt ausgesetzt sei und eine Verringerung der Truppenstärke bevorstehe. Soldaten haben mehr verdient als ein freundliches Desinteresse größerer Teile der Gesellschaft“.  

(Ausführlicher siehe Exklusiv-Bericht: „Einer, der gedient hat“ ).   

 

Ansprache: Präsident Dieter Fischer

Präsident Dieter Fischer betonte in seiner Ansprache: „Wir stehen fest auf dem Grundgesetz, der freiheitlich-demokratischen Grundordnung, bekennen uns zu helfender Tatbereitschaft, zu bewährter Tradition im Fortschritt der Zeit und zur selbstlosen Pflichterfüllung gegenüber dem Staat. Der Volksbund trete für die Unteilbarkeit unseres Volkes und der Nation in einem freien Europa ein“.
Mit Blick auf die Fahnen erläuterte der Präsident deren Funktion als Sinnbild der Einheit: „Alle Fahnen seien dem Frieden geweiht. Den Frieden zu wahren, heiße, ihn zu verteidigen. Frieden und Freiheit gebe es nicht geschenkt. Die alten Soldaten kennen die Leiden des Krieges, sie haben die Opfer der Kriege nicht vergessen. Seit 225 Jahre kümmern sich die Kyffhäuser um die Beerdigung der Gefallenen, die Witwen und Waisen. Wir freuen uns besonders bei den Niedersachsen Gast zu sein, deren Landesverband in diesem Jahr sein 135-jähriges Bestehen feiert“.

 

Grußworte der Ehrengäste

Zahlreiche Ehrengäste verdeutlichten in Grußworten die Wichtigkeit des gemeinsamen Wirkens. So dankten Walsrodes Bürgermeisterin Silke Lorenz, Sir Edward W. Hefferman, Gerd Höfer, Adalbert von der Recke und Hans-Werner Mohrmann. Erika Schulz (ehemalige Bundesfrauenreferentin) und Angelika Jahns überreichten Hans-Werner Mohrmann (Bodelschwingsche Anstalten, Briefmarkenstelle Bethel) im Namen aller Kyffhäuserfrauen einen prallgefüllten Korb mit Briefmarken- symbolisch für die 25-jährge konstruktive Zusammenarbeit. Mit der gemeinsam gesungenen Nationalhymne und dem Fahnenausmarsch endete der Festakt.

(weitere Ausführungen siehe Grußworte: „am Rande“ notiert)

 

Bürgermeisterin Silke Lorenz lädt in das moderne Rathaus ein

„Unser Haus dient Rat suchenden Bürgern“  

Bundesversammlung
Empfang im Rathaus mit Bürgermeisterin Silke Lorenz (links)

Im alten Ratssaal der „Hermann- Löns- Stadt“ empfing  Bürgermeisterin Silke Lorenz die Delegation des Kyffhäuser Bundesvorstandes und den Vorstand des LV Niedersachsens. Dabei umriss die Bürgermeisterin die 1000-jährige Stadtgeschichte mit Kloster und erbrachte den mathematischen Beweis, dass Walsrode mit allen 22 Ortschaften eine größere Gesamtfläche als die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden hat.
Silke Lorenz betonte, dass es „eine große Ehre für Walsrode ist, die Bundesversammlung hier stattfinden zu lassen“. Präsident Dieter Fischer lobte: „Die Stadt biete alles, was man von einem tollen Tagungsort erwarte. Ein modernes Hotel, strahlendes Herbstwetter und ein ansteckendes Wir-Gefühl“.
Silke Lorenz übergab Dieter Fischer ein Buch des Heidedichters Hermann Löns und der Präsident überreichte der Bürgermeisterin einen Bildband über die „Kleinstadt“ Wiesbaden. 
Würdige Kranzniederlegung am Ehrenmal „Eckernworth“. 

Am Walsroder Ehrenmal „Eckernworth“, umrahmt von Kameradschaftsfahnen und brennenden Fackeln, erinnerte Präsident Dieter Fischer: „Die Toten mahnen die Lebenden. Wir dürfen die Kriegstoten nicht vergessen, um der Lebenden Willen. Wir gedenken der Millionen Menschen, den einzelnen Schicksalen und guten Kameraden. Stellvertretend für alle Opfer von Krieg und Gewalt, denken wir hier am Ehrenmal allen Gefangenen, allen Vermissten der Kriege, allen Verfolgten, den Opfern der Lager und Vertreibung die ihr Leben lassen mussten, wegen: Ihres Glaubens, Ihrer Rasse, für Ihre Überzeugung oder Ihrer Heimat, die Ihr Leben für Ihre Freunde gaben- aus Treue zu Ihrem Vaterland“. Gemeinsam legten Präsident Fischer und LV-Vorsitzender Prüßner einen Ehrenkranz des Kyffhäuserbundes nieder. 

 

„Einer, der gedient hat“

Ministerpräsident McAllister: Bundeswehr verdient Anerkennung

Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister sieht die Bundeswehr als „gut ausgestattete Truppe“, die unverändert der Sicherheit Deutschlands und dem Schutz der Bürger diene. Auf der Bundesversammlung des Kyffhäuserbundes fühlte er sich sichtlich wohl und wurde vom Präsidenten Dieter Fischer, als „einer der gedient hat“ begrüßt. In seiner Festrede betonte McAllister: „Wenn Politiker die Soldaten in gefährliche Einsätze schicken, dann sei es auch die Pflicht, sich hinter die Soldaten zu stellen“. Für seine persönliche Entwicklung sei die Zeit bei der Bundeswehr sehr gut gewesen. So bedauerte er die Aussetzung der Wehrpflicht, auch wenn er inzwischen davon überzeugt sei, dass diese verfassungsrechtlich unumgänglich war. Bei der Bekanntgabe der Standortschließungen im Zuge der Bundeswehrstrukturreform sieht er Niedersachsen als besonders betroffen, da zusätzlich die britischen Streitkräfte ihren Abbau bis zum Jahr 2020 angekündigt hätten. „Ich habe mich beim Verteidigungsminister für die Erhaltung der Standorte stark gemacht. Neben einem tragfähigen Konzept der Nachwuchsgewinnung bei der Bundeswehr müssten auch die bewährten Strukturen der zivil-militärischen Zusammenarbeit, wie beispielsweise beim Katastrophenschutz, erhalten bleiben“.

 

Grußworte „am Rande“ notiert

Bürgermeisterin Silke Lorenz: …„Heute ist der Kyffhäuserbund ein moderner Volksbund, der sich für Frieden, Recht und Freiheit aller Völker einsetzt. Er steht für Sozial- und Kulturpflege, Jugendarbeit, Sportschießen, Völkerverständigung, Alters- und Wohlfahrtspflege. Seine sozialen Leistungen reichen seit 225 Jahren von der Unterstützung Angehöriger gefallener Soldaten, Bekämpfung der Tuberkulose, Schaffung von Schwimmbädern, Erholung- und Waisenheimen. Kyffhäuser stehen für Heimatliebe, Gemeinschaftsgeist, Bürgersinn- sie führen und halten Menschen zusammen. Gerade in dieser Zeit, der zunehmenden Bindungslosigkeit von Menschen, vermitteln die Kyffhäuser Tugenden wie Kameradschaft, Hilfsbereitschaft, Freundschaft, Zuverlässigkeit, Treue oder Gemeinsinn. Deshalb hat der Verband Zukunft“...

Adalbert von der Recke: …„Erinnern macht Versöhnung möglich, eröffnet den Weg zum Frieden, zu guter Nachbarschaft, gemeinsamer Sicherheit und Wohlstand. Unsere Erinnerung macht nicht Halt an den nationalen Grenzen, unterscheidet nicht nach Nationalitäten. Sie ist der Wahrheit und der Gerechtigkeit verpflichtet. Deshalb verdrängt sie nicht eigene Schuld, entzieht sich nicht geschichtlicher Verantwortung und schließt alle Gefallenen, auch die Kriegstoten und die Opfer in allen Ländern, mit ein. Danke für die tatkräftige Zusammenarbeit- der Kyffhäuserbund hat Vorbildcharakter“...

Hans-Werner Mohrmann: …„Seit 25 Jahren erhält die Briefmarkenstelle Bethel (Bodelschwingsche Anstalten) von den Kyffhäuserfrauen  Briefmarken-Nachschub, im letzten Jahr über sieben Zentner. Ihre Sammelaktionen erhalten die Arbeitsplätze. Es bringt  Freude, wenn wir die Marken aus unterschiedlichen Ländern bearbeiten, sortieren, ablösen, verpacken und verkaufen. Dadurch entstehen sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen und Behinderung. Im Durchschnitt arbeiten in unserer Aufbereitung 22 Beschäftigte, weitere 100 Menschen in den Einrichtungen schneiden Briefmarken aus Umschläge und Kartons. Es entsteht die sogenannte Kiloware, für die wir in ganz Deutschland berühmt sind. Wir sind dankbar, dass sich der Kyffhäuserbund uneigennützig für uns einsetzt“…


Text und Fotos:
Dieter Schütte (Bundespresse-Referent/Nord)
Harry Opel (Landespresse-Referent, Niedersachsen)