Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin

Unter diesem Motto machte sich am 10. Mai 2018 eine 35köpfige Delegation des Österreichischen Kameradenbundes (ÖKB), Ortsverband Gansbach in der Wachau, auf den Weg nach Berlin und folgte damit einer Einladung der Kyffhäuser-Kameradschaft Berlin-Marienfelde 1876 e.V.  

 

Diese gegenseitigen Besuche haben bereits eine lange Tradition: Im Jahr 1976 traf man sich zum ersten Mal, im Jahr 1978 wurden Patenschaftsurkunden ausgetauscht, und somit wurde in diesem Jahr eine nunmehr 40 Jahre andauernde Patenschaft gefeiert – eine Patenschaft, aus der längst feste Freundschaften erwachsen sind, nicht zuletzt, weil  der Großteil der Besucher privat bei  den jeweiligen Gastgebern wohnt.

 

Der  ÖKB Gansbach ist in Lokalpolitik und Kirche gut verankert, deshalb waren – auch nicht zum ersten Mal – der Bürgermeister der Gemeinde Dunkelsteinerwald Franz Penz sowie die Patres Joachim und Christian mit dabei.

 

Mit großem Hallo, Schulterklopfen und herzlichen Umarmungen konnten wir unsere Gansbacher Freunde am  Vatertagsabend gegen 22.00 Uhr  in Berlin begrüßen. Ein Empfang mit Berliner Korn, dazu Berliner Currywurst mit Pommes, bildeten den Rahmen für die Ankunft der Gäste. Danach ging es in die jeweiligen Quartiere, wo die Begrüßung im privaten Rahmen noch mehr oder weniger ausführlich fortgesetzt wurde.

 

Der folgende Freitag war Berlin-Tag: Das Programm startete mit einer dreistündigen Stadtrundfahrt, bei der uns die Stadtführerin Uli auf waschechte Berliner Art (Schnauze mit Herz) die Sehenswürdigkeiten von Berlin zeigte und erklärte. Im Anschluss daran gab es Gelegenheit zur Besichtigung der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche – ein Muss bei  jedem Berlinbesuch!
Der Tag klang aus mit einem  Berliner Abend im Nachbarschafts- und Selbsthilfezentrum Marienfelde, bei dem wir es uns bei einem tollen Berliner Buffet gut gehen ließen. Und dann hieß es: „Et jeht doch nischt über Berlin“ – das Steglitzer Zimmertheater bescherte uns eine launige Stunde mit Geschichten und vor allem Liedern von Walter und Willi Kollo, eine Darbietung, die mit viel wohlverdientem Beifall belohnt wurde!

 

Der Samstag war dann dem politischen Berlin gewidmet: Ein kleiner Stadtspaziergang startete am Potsdamer Platz und führte vorbei am Holocaust-Mahnmal in Berlin-Mitte, dem Stelenfeld. Weiter ging es bei strahlendem Sonnenschein zum Brandenburger Tor, dem Einheitsdenkmal schlechthin, und bei einem kleinen Rundgang auf dem Pariser Platz konnte sich wohl keiner von uns dieser geschichtsträchtigen Atmosphäre entziehen. Zu Fuß führte das Programm dann – nach einem kleinen mittäglichen Imbiss - zum Kanzleramt, wo uns nicht nur die Arbeitsweise des Kabinetts unter der Leitung der Bundeskanzlerin erläutert wurde, wir wurden vor allem auch in die außergewöhnliche Architektur des Hauses eingeführt.

 

Weiter ging es zum Reichstagsgebäude, dem Sitz des Deutschen Bundestages, wo wir auf der Besuchertribüne im Plenarsaal bei einem ebenso informativen wie launigen Vortrag des Besucherdienstes  viel über die Geschichte des ehrwürdigen Gemäuers und über die Arbeitsweise des heutigen Parlaments erfahren durften.

 

Kaum gab es Zeit, diese vielen Informationen auch nur annähernd zu verarbeiten, kamen wir schon wieder zusammen zum abschließenden Empfang im Hotel Alpinia, in dem etliche der österreichischen Freunde logierten. Hier wurden in festlichem Rahmen Geschenke  der Gäste und der Gastgeber ausgetauscht, kleine Reden gehalten, die das Besondere an dieser langjährigen freundschaftlichen Tradition betonten und der Hoffnung Ausdruck verliehen, dass es gelingen möge, die Beziehungen weiter zu pflegen und dass die gegenseitigen Besuche fortgesetzt werden können. Dann wurde wieder das leibliche Wohl bedacht – bei einem tollen Buffet und feinen Getränken gab es für dieses Wochenende letzte ausgiebige Gespräche und viel Spaß bei allen Beteiligten.

 

Ein weiterer Höhepunkt des gemeinsamen Wochenendes wartete am Sonntagmorgen auf uns: Eine Messe, zelebriert unter freiem Himmel! Die Freunde aus Österreich waren abmarschbereit, das Gepäck im Reisebus verladen, und dann kam der stimmungs- und würdevolle Abschluss: Die Kameraden Margit und Ernst Wiese hatten den Innenhof ihres schönen Bauernhofes mit vielen Stühlen, Bänken und einem provisorischen Altar vorbereitet, und bei strahlendem Sonnenschein hat Pater Christian, der dem ÖKB Gansbach ebenso wie der KK Marienfelde seit vielen Jahren eng verbunden ist, eine kleine improvisierte  Messe mit uns gefeiert. Es wurde auch noch einmal mit anrührenden Worten derjenigen gedacht, die schon nicht mehr dabei sein konnten, aber immer noch bei vielen von uns präsent sind.

 

Tja, und dann war es auch schon vorbei: Wieder viele Umarmungen, Schulterklopfen – ein paar Abschiedstränen wurden verdrückt – und dann konnten wir nur noch dem großen Bus hinterher winken!

 

Schön war’s wieder mit Euch, liebe Freunde aus Gansbach – wir freuen uns schon jetzt alle auf ein Wiedersehen in Gansbach.

 

Jürgen Geisler

 

KK Vorsitzender

KK Marienfelde

 

 

 

 

 

 

 

Bildnachweise:

Bild 1 + 4 KK Marienfelde

Bild 2 + 3 Wolfram Mandry

 

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