125 Jahre Kyffhäuser-Denkmal

Liebe Kameradinnen, liebe Kameraden,


aus Anlass des 125. Jubiläums zur Einweihung des Kyffhäuser Denkmals möchte ich Euch einmal das Denkmal auf eine andere Weise nahebringen. Ich beziehe mich dabei auf das Buch „Der Kyffhäuser“ vom Landratsamt Kyffhäuserkreis und Kyffhäuser Fremdenverkehrsverband e.V. aus dem Jahre 1996. Leider ist das Buch vergriffen und auch nicht wieder neu aufgelegt.
Kurz nach dem Tode von Kaiser Wilhelm I. entstand beim Vorstand des Deutschen Kriegerbundes die Idee gemeinsam mit allen deutschen Kriegerverbänden, dem verstorbenen Kaiser auf dem Kyffhäuser ein gemeinsames Denkmal zu setzen. Federführend war hier der Geheime Regierungsrat Prof. Dr. Westphal.

Bis zum Oktober 1888 lagen die Zustimmungen aller Kriegervereine vor und in der zweiten Sitzung des eigens gewählten Ausschusses wurde dann der Ort Kyffhäuser bestätigt, da neben diesem noch Goslar und Metz zur Auswahl standen. Der Besitzer des Grundstückes Fürst Georg zu Schwarzburg Rudolstadt, wie auch Kaiser Wilhelm II. gaben ihre Zustimmung und so veröffentlichte 1889 der Ausschuss den Erlass des Preisausschreibens.

Die bis zum Juni 1890 eingegangenen Entwürfe wurden auf der Allgemeinen Kunstausstellung in Berlin gezeigt. Den ersten Preis erhielt Bruno Schmitz, dessen Entwurf dann auch wenn mit kleinen Änderungen verwirklicht wurde. Und so finden wir das Kyffhäuser Denkmal (Kaiser Wilhelm Denkmal) noch heute vor.

Die Grundsteinlegung durch Fürst Günter erfolgte dann am 10. Mai 1892 im Beisein von 15.000 Mitgliedern deutscher Kriegerverbände. Zu diesem Zeitpunkt waren die Terassenbauten fast fertig. Von Anfang an gab es jedoch Schwierigkeiten am Bau, sei es die Finanzierung (mit Mühe wurde die Spendensumme von 800.000 RM erreicht) oder mit dem Baugrund wegen der starken Zerklüftungen im Gestein. Ein Pfeiler der Bogenterasse muss einen Druck von 20 kg/cm² aushalten. Die Fundamente unterhalb der Terassensohle erreichten eine Tiefe von 18 m. Von Vorteil war, dass die fürstliche Regierung es gestattete den Buntsandstein vor Ort als Baumaterial zu nutzen. Hier einmal einige Zahlen, die verdeutlichen sollen, um was für ein monumentales Bauwerk es sich hier handelt: Gesamthöhe 81 m, Turmhöhe 57 m Gewicht 62,5 Millionen kg oder 62500 Tonnen, Durchmesser der Kuppelhalle 10,2 m, Mauerdicke 3-8 m, Länge aller Treppenstufen addiert 2,5 km Durchmesser der Krone 3,5 m. Schwerster verarbeiteter Stein 6.000 kg. Die Mauermassen würden ausreichen um eine Stadt mit 5.000 Einwohnern zu bauen.
Das Reiterstandbild wurde 1891 gesondert ausgeschrieben. Der Berliner Professor und Bildhauer Emil Hundrieser gewann die Ausschreibung.

Das Reiterstandbild wurde aus getriebenen Kupferplatten in einer Dicke von 2-3 mm gefertigt. Das Kupfer stammt aus den Mansfelder Bergwerken, nur wenige Kilometer vom Kyffhäuser entfernt.

Die einzelnen Figuren wurden in Plattenbauweise gefertigt und vor Ort zusammengefügt.

Hier auch wieder die eindrucksvollen Zahlen:

Höhe Reiter 9,7 m, Kupfergewicht Reiter 6 Tonnen, Eisengewicht Reiter 5,9 Tonnen. Das Eisen dient der inneren Verstrebung der Figur. Die umgebenden Figuren „Geschichte „und „Krieger“ haben auch nochmal ein Gesamtgewicht von 2,5 Tonnen Kupfer zzgl. 2,3 Tonnen Eisen. Erwähnenswert ist noch die Figur des Barbarossa am Fuße des Reiterstandbildes in Stein gehauen. Sie stellt den Bezug zur Kyffhäusersage her.
Die Einweihung des Denkmals erfolgte dann am 16. Juni 1896 im Beisein von Kaiser Wilhelm II., einem von ihm persönlich gewählten Datum. Zum einen den Tag der Schlacht von Belle Alliance (Waterloo) 1815 und dem Einzug nach Berlin als Kaiser Wilhelm I. nach dem Krieg 1871 gegen Frankreich. Es waren ca. 25.000 Teilnehmer, meist Kameraden der Kriegerverbände anwesend. Nach der Besichtigung der Innenräume des Denkmals begab sich der Kaiser samt Gefolge zum Jagdschloss Ratsfeld zum legendären Kaisermenü. Die Kameraden der Kriegervereine wurden unterdessen mit einer Weltneuheit beköstigt, Würstchen aus der Dose, der Firma Heine aus Halberstadt. Heute bekannt als Halberstädter Würstchen.
Doch unser Denkmal hatte noch viele stürmische Zeiten zu überstehen, zwei Weltkriege, dazwischen die Weimarer Republik und nicht zu Letzt die Zeiten der DDR, wo vieles und grundlegendes auf dem Spiel stand und der Überlieferung nach es einem russischen Offizier zu verdanken sein soll, dass es heute noch so steht. Er erteilte den Abrissplänen der SED eine Abfuhr, in dem er sagte, „ihr Deutschen müsst lernen mit eurer Geschichte zu leben.“ Ein Satz der heute noch aktueller denn je ist. Schließen möchte ich mit der entfernten Inschrift unterhalb des Reiterstandbildes:

„Wilhelm I., Dem Begründer des Reiches, Die deutschen Krieger“.


Wolfram Mandry
Bundespressereferent-Ost

 

Fotos: Wolfram Mandry


125 Jahre Kyffhäuser Denkmal im Jahre 2021

Liebe Kameradinnen und Kameraden,

Im Jahre 2021 wird unser Kyffhäuser Denkmal 125 Jahre alt. Aus diesem Grunde habe ich fünf Jubiläumsbilder vorbereitet, welche ich Euch zur Nutzung für dieses Jubiläum zur Verfügung stellen möchte. Die Urheberrechte für die Bilder liegen bei mir. Ich habe die Bilder im Juni 2014 nach der Sanierung des Denkmals selbst fotografiert.

Ihr könnt diese herunterladen und für Vereinszwecke verwenden. Dazu berechtigt sind die LV- und KV- Vorstände, sowie jedes Einzelmitglied im Kyffhäuserbund e.V.

Personen die nicht Mitglied im Kyffhäuserbund e.V. sind, ist dies nicht gestattet.

Ich hoffe die Bilder gefallen Euch und Ihr macht davon regen Gebrauch.

 

Mit kameradschaftlichen Grüßen

Wolfram Mandry

Bundespressereferent-Ost

 

>>>  Hier gehts zum Download der Jubiläumsbilder im Mitgliederbereich